Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie
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Bestattungssitten der Frühbronzezeit in Mitteldeutschland

Kontinuitäten und Wechselwirkungen des Bestattungsverhaltens in Gräberfeldern und Siedlungen des 3. bis 2. Jahrtausends v. Chr. im südlichen Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten anhand der Funde seit 1990

Teilmodul A 4/1 innerhalb der DFG-Forschergruppe 550 (Leitung von Prof. Dr. Francois Bertemes, Universität Halle-Wittenberg, „Der Aufbruch zu neuen Horizonten. Die Funde von Nebra, Sachsen-Anhalt, und ihre Bedeutung für die Bronzezeit Europas“)

  • Projektleitung: Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick
  • Projektmitarbeiterin: Vera Hubensack M.A. (Disputation der Dissertation 2013)
  • Kooperationspartner: Mitglieder der DFG-Forschergruppe 550, u.a. Dr. Harald Meller (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), Prof. Dr. Kurt W. Alt (Institut für Anthropologie der Johannes-Gutenberg Universität Mainz); ferner: Prof. Dr. Tomasz Goslar (14C-Labor der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań); Landesamt für Archäologie Sachsen; Thüringisches Landesamt für Archäologische Denkmalpflege
  • Fördergeber: DFG (Teilmodul A 4/1 der DFG-Forschergruppe 550)
  • Förderdauer: 2008-2011

Beschreibung

Zielsetzung des Teilprojekts A4/1 der DFG-Forschergruppe 550 ist die Edition und Auswertung seit 1990 ausgegrabener Bestattungen in Gräbern und Siedlungskontexten der Früh- und Mittelbronzezeit in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Ausgewählte der endneolithischen Becherkulturen werden als Vergleiche herangezogen.

Aufgrund der großen Materialfülle wurde eine zeitliche Begrenzung der zu untersuchenden Funde vorgenommen. Die großteils durch moderne Großgrabungen zutage gekommenen Funde und Befunde eröffnen neue Möglichkeiten der vergleichenden Analyse des Umgangs mit dem Tod durch die Mitglieder der früh- bis mittelbronzezeitlichen Gesellschaften im südlichen Sachsen-Anhalt und angrenzenden Gebieten. Bestattungen stellen die wichtigste Materialbasis für das Verständnis der sozialen Organisation und rituell/religiösen Verfasstheit dieser Gruppen dar. Als methodisch neuer Ansatz ist die vergleichende Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen zeitgleichen Siedlungen und Bestattungen in enger Vernetzung mit Modul A3 der Forschergruppe geplant. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher naturwissenschaftlicher Analysen (14C-Analysen und vor allem anthropologischer Analysen) werden neue Erkenntnisse zur kulturellen wie demographischen Entwicklung der Gesellschaften in Mitteldeutschland in der Zeit des ausgehenden 3. bis in die Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. erwartet. Neben der Untersuchung der Bestattungssitten, insbesondere des Verhältnisses von regulären Bestattungen und Deponierungen menschlicher Individuen in Siedlungskontexten, steht die Beantwortung von  Fragen nach Kontinuität und Diskontinuität der kulturellen Entwicklung im Arbeitsgebiet im Vordergrund.

Publikationen

V. Hubensack/C. Metzner-Nebelsick, Mitteldeutsche frühbronzezeitliche Sonderbestattungen in Siedlungsgruben. In: N. Müller-Scheeßel (Hrsg.), ‚Irreguläre‘ Bestattungen in der Urgeschichte: Norm, Ritual, Strafe ...? Kolloquien zur Vor- und Frühgeschichte 19 (Bonn 2013) 279-288.