Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie
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Aktuelles, Vorträge und Publikationen

Aktuelles


Aufgrund der gegenwärtigen Coronavirus Krise (SARS-CoV-2) können sich kurzfristig Änderungen bei Präsenz- und Onlineangeboten des Instituts und der gesamten Universität ergeben. Daher möchten wir Sie bitten regelmäßig die Homepage des Instituts, der Ludwig-Maximilians-Universität, wie auch das Angebot und die Beschreibungen im LSF zu den Lehrveranstaltungen zu beachten. Wir versuchen schnellstmöglich alle aktuellen Änderungen auf den Plattformen umzusetzen.

Durch die Beschlüsse der Bayerischen Staatsregierung vom 01.09.2021 können Präsenzveranstaltungen (z.B. Lehrveranstaltungen, Tagungen, Kongresse) unter vollständiger Nutzung der bestehenden Raumkapazitäten (Sitzplätze) stattfinden.

Aktuelle Hinweise zum Studium während der Coronavirus Krise des Dekanats der Fakultät für Kulturwissenschaften finden sie hier.

Das aktuelle Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 2022 finden Sie im LSF.

Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie für das Sommersemester 2022 finden Sie hier.

Eine Einführung und FAQs der LMU zur Teilnahme an Zoom-Meetings (digitale Lehrveranstaltungen) finden sie beim IT-Servicedesk.

Ein Einführungsvideo zur Teilnahme an Moodle-Kursen finden sie z.B. auf der Seite der Fakultät für Geowissenschaften.

Informationen für Erstsemester zur Nutzung der Universitätsbibliotheken:

Die digitalen Übertragungen der Lehrveranstaltungen via Zoom dürfen nicht aufgezeichnet und weiterverbreitet werden, sofern nicht anders mit der/dem Lehrbeauftragten abgesprochen! Andere Online-Inhalte zu Veranstaltungen (z.B. Moodle) dürfen ebenfalls nicht ohne Erlaubnis verbreitet werden und sind lediglich für den persönlichen Studienzweck zu nutzen.

Falls Fragen zum technischen Ablauf/Voraussetzungen der digitalen Lehre bestehen, bitte wenden sie sich an Dr. Ken Massy (ken.massy@vfpa.fak12.uni-muenchen.de).

Imagefilm des Instituts


Das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömischen Archäologie und seine Professorinnen und Professoren stellen sich vor. Ein YouTube-Film von Tomas Simeth und Max Fiederling. Einfach auf das Bild klicken und anschauen.

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Fernsehbericht


Mythos Archäologie: Zwischen Indiana Jones und Völkerkunde-Museum

Ein Bericht in ARD-alpha mit Frau Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick und Julia Hochholzer. Einfach auf das Bild klicken und anschauen.

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Vorträge und Gastvorträge


Aufgrund der noch immer andauernden Coronavirus Krise (SARS-CoV-2) werden trotz Präsenzunterricht die meisten Vorträge digital per Zoom abgehalten. Einzelne Veranstaltungen finden in Präsenz statt. Der Link zur Zoom-Schaltung wird im LSF (unter dem Punkt: "Vortragsreihe Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie"; Anmeldung zur Veranstaltung erforderlich) hochgeladen, sobald dieser erstellt wurde, oder kann auch per E-Mail beim Sekretariat spätestens am selbigen Tag bis 12 Uhr angefragt werden.

Die digitale Übertragung des Vortrags via Zoom darf nicht aufgezeichnet und weiterverbreitet werden!


 

Einladung zu einem Gastvortrag von Professor Dr. Sebastian Ristow (LVR-MiQua). Der römische Statthalterpalast, der Brief von 321 und das frühe Judentum nördlich der Alpen im neuen Museum MiQua am Kölner Rathausplatz. Mittwoch, 29. Juni 2022 um 18 Uhr ct., Hörsaal M 105, LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1

Zum Ansehen der Einladung bitte auf das unten stehende Teaserbild klicken.

Vortrag Ristow


Einladung zu einem Gastvortrag von Dr. Shlomit Bechar (LMU München). Der Vortrag ist in Präsenz und wird hybrid per Zoom übertragen. The Silent Majority: New Studies in the Lower City of Hazor. Mittwoch, 6. Juli 2022 um 18 Uhr c.t., Hörsaal M 105, LMU Hauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1. Einen entsprechenden Zoom-Link erhalten Sie nach Anmeldung unter sek@vfpa.fak12.uni-muenchen.de

Zum Ansehen der Einladung bitte auf das unten stehende Teaserbild klicken.

Vortrag Frau Doktor Shlomit Bechar



ABC-Vorträge:

ÖFFENTLICHE VORTRAGSREIHE

Dienstag, 19.07.2022, 19:00 Uhr s.t., Katharina-von-Bora-Straße 10, HS 242, Hybrid-Vortrag. Die Domestikations- und frühe Verbreitungsgeschichte des Huhns. Univ. Prof. Doctor in de Wetenschappen Dr. med. vet.  habil. Joris Peters, Institut für Paläoanatomie, Domestikationsforschung und Geschichte der Tiermedizin, LMU München

Personen, die per Zoom teilnehmen möchten, melden sich bitte unter
friedhelm.hoffmann@lmu.de an. Der Zoomlink wird Ihnen dann gemailt.

Anbei der link zum ArcheoBioCenter/Öffentliche Vortragsreihe/Sommersemester 2022:

https://www.archaeobiocenter.uni-muenchen.de/veranstaltungen/vortragsreihe-2022/index.html

 


Ausstellung 13.05.2022–24.07.2022 im Römerlager im Zeughaus Augsburg:

Hin und wieder zurück. Ein Schiffswrack im Schwarzen Meer. 

Im Sturm versunken und vergessen – Das Wrack eines römischen Leergutfrachters bei Gura Portiţei vor der rumänischenSchwarzmeerküste.

2012 verlor der Fischer Ionica Rusu eines seiner Netze am Grund des Schwarzen Meeres. Im März 2016 gelang es einem Team des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der Ludwig- Maximilians-Universität München und der
BGfU (Bayerischen Gesellschaft für Unterwasserarchäologie) in Kooperation mit dem ICEM Tulcea (Institutul Cercetări Eco-Muzeale, Dr. George Nutu) die Stelle zu identifizieren und ein weitgehend ungestörtes Schiffswracks zu dokumentieren. Das Vorhaben entstand im Zusammenhang mit den zuvor begonnenen Untersuchungen der antiken Hafenstadt Argamum unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Päffgen. Bis 2018 konnte die Fundstelle mit Förderung der Fritz Thyssen Stiftung prospektiert und z.T. ergraben werden. Das anschließende Forschungsprojekt der Stiftung zur Aufarbeitung der Ergebnisse wurde von Prof. Dr. Salvatore Ortisi geleitet.

Innere des Schiffs

Das Wrack des römischen Handelsschiffes ist sehr gut erhalten.

Das ca. 17 x 6.50 m große römische Handelsschiff ist exzeptionell gut erhalten, was unter anderem den besonderen Bedingungen im Schwarzen Meer mit seinem niedrigen Salz- und Sauerstoffgehalt geschuldet ist. Im Gegensatz zu den meisten bisher von dort bekannten antiken Wracks, die in großen Tiefen lokalisiert wurden, liegen die Überreste dieses Schiffes jedoch im Flachwasser.

Das Schiff diente wohl als Leerguttransporter.

Neben der Hauptladung, die aus mehreren tausend Amphoren u.a. aus der Umgebung des antiken Heraclea Pontica (Karadeniz Ereğli) bestand, ist der hölzerne Schiffskörper mit allen dazugehörigen Konstruktionselementen und Teilen der Takelage bis zum Zwischendeck und z.T. darüber hinaus erhalten. Ebenso konnte eine große Menge an botanischen Überresten dokumentiert werden, so z.B. pflanzliches Packmaterial, das die Amphoren vor physischen Schäden schützen sollte. Bei der Hauptladung handelte es sich um Leergut. Nicht der ursprünglich darin enthaltene Wein, sondern die Behälter selbst stellten offenbar das Handelsgut dar. Ein solcher Leerguttransporter ist als Befund in dieser Form bisher einzigartig.

Segelschiff im Sturm

Aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
Erste Datierungen mittels Dendrochronologie und der Radiocarbonmethode
deuten darauf hin, dass das Schiff in der zweiten Hälfte des 2. Jh. n.
Chr. vor der Küste der Provinz Moesia Inferior, der heutigen
rumänischen Schwarzmeerküste, havarierte.

Die Ausstellung präsentiert kompakt Forschungsergebnisse.

Die Ausstellung zeigt in kompakter Form die Ergebnisse eines
langjährigen Forschungsprojekts. Durch die Verknüpfung
unterschiedlicher Präsentationsformen wie digitaler Formate in
Kombination mit Bauplänen sowie haptischen Objekten und Modellen sollen
dem Besucher die Erkenntnisse des Projektes nähergebracht werden.

Im Mittelpunkt des von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten Projekts
standen Fragen zur Bautechnologie und zur Herkunft des Schiffes sowie
seiner Besatzung. Im Rahmen der Forschung wurden, aufbauend auf der
bereits abgeschlossenen Dokumentation des Wracks mittels
unterwasserarchäologischer 3D Erfassung und Streiflichtverfahren,
möglichst präzise Rekonstruktionsvorschläge des Schiffes und seiner
Bauart angefertigt. Mit naturwissenschaftlichen Methoden wurden auch
bisher wenig beachtete Objektgruppen, wie z.B. der Ballast des Schiffes,
analysiert.

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt möchte der
Unterwasserarchäologie des Schwarzmeergebiets methodische Impulse
liefern und darüber hinaus auch Möglichkeiten zum Schutz und
Monitoring vergleichbarer Fundstellen aufzeigen. Die Ausstellung
präsentiert einem breit interessierten Publikum die Geschichte des
Schiffes und seiner Besatzung sowie einzelne Forschungsaspekte.

_Ausstellungskonzept: Max Fiederling und Thomas Simeth,
Ludwig-Maximilians-Universität München, in Zusammenarbeit mit dem
Römischen Museum Augsburg_

_Das Forschungsprojekt wird durch die Fritz Thyssen Stiftung
gefördert._
_Der Einsatz von 3D Technologie wird von Agisoft Metashape gesponsert,
Tauchequipment stellte der Hersteller Mares zur Verfügung._
_Smartphone-App und AR Umsetzung: Felix Moser_

Kooperationspartner:
Bayerische Gesellschaft für Unterwasserarchäologie e.V.
Institutul Cercetări Eco-Muzeale Tulcea

Das ist der Link zur Website der Ausstellung:

https://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/hin-und-wieder-zurueck

 

Publikationen

Neu im Jahr 2022 erschienen:

Kelp, Ute und Teegen, Wolf-Rüdiger (Hrsg.):

Wealthy and Healthy?

Methodological Approaches to Non-Élite Burials

Panel 1.2, Heidelberg:
Propylaeum, 2022 (Archaeology and Economy in the Ancient World – Proceedings of the 19th International Congress of Classical Archaeology, Cologne/Bonn 2018, Band 1).

https://doi.org/10.11588/propylaeum.926

Der Band kann über den angegebenen DOI kostenfrei heruntergeladen werden.

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https://doi.org/10.11588/propylaeum.926


Neu in den Jahren 2020/2021 erschienen:

Stefanie Berg, Carola Metzner-Nebelsick (Hrsg.)

Eine einmalige Zinnperlentracht der Frühbronzezeit aus Bayern – „Powerdressing“ vor 4000 Jahren

Inhalte – Projekte – Dokumentationen. Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege Nr. 24, 2021. Herausgegeben von Generalkonservator Prof. Dipl.-Ing. Architekt Mathias Pfeil. 156 Seiten, 230 Abb., Format 21 x 29,7 cm, 1. Auflage 2021, Kunstverlag Josef Fink, ISBN 978-3-95976-342-2

Anlass für einen Versuch, der klären sollte, wie in der frühen Bronzezeit sehr kleine Zinnperlen mit Durchlochung hergestellt worden sein könnten, war die Entdeckung des Grabes einer jungen Frau, die vor über 4000 Jahren auf einer Lechterrasse in Schwabmünchen beigesetzt worden war: Mit winzigen Zinnperlen waren in sehr aufwändiger Form ein Cape und eine Haube bestickt worden, wie während der restauratorischen Bearbeitung festgestellt werden konnte. Eine bedeutsame Entdeckung, denn die Verarbeitung von Zinn war technologisch ein innovativer Schritt auf dem Weg zur Bronzeherstellung.
Die Untersuchungen umfassten die klassischen archäologischen Methoden, Vergleiche mit anderen Gräbern der frühen Bronzezeit, in denen Zinn gefunden wurde, sowie die anthropologische Untersuchung der Frau und der in ihrer Umgebung bestatteten Personen. Im Unterschied zu anderen archäologischen Auswertungen beinhaltet dieser Band auch die umfassende Darstellung der restauratorischen Arbeit, die Metall- und die Strontiumisotopenanalyse.
Mit Beiträgen von Stefanie Berg, Daniel Berger, Gerhard Brügmann, Gisela Grupe, Franz Herzig, Anja Hobmaier, Ken Massy, Carola Metzner-Nebelsick, Ernst Pernicka, Andreas Rott, Anja Staskiewicz und Jörg Stolz.

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Link zum Kunstverlag Josef Fink

Lorenzo Zamboni, Manuel Fernández-Götz, Carola Metzner-Nebelsick (Hrsg.)

Crossing the Alps. Early Urbanism Between Northern Italy and Central Europe (900-400 BC)

Leiden, Sidestone Press 2020, 436 Seiten, 137 Abb., Format 21 x 28 cm, 1. Auflage 2020, Sidestone Press, Paperback ISBN 978-9-08890-961-0, Hardback ISBN 978-9-08890-962-7

This volume offers the first comprehensive overview of the urbanisation processes that took place south and north of the Alps during the early first millennium BC, highlighting the interactions between the different geographical areas.
The 26 chapters included in this book provide a combination of theoretical and methodological insights into urbanisation processes, regional overviews, and up-to-date evidence from key archaeological sites. The latter comprise both well-established names such as the Heuneburg, Vix-Mont Lassois, Verucchio, Marzabotto, and Spina, as well as other sites that are less well-known but equally relevant for the understanding of centralisation processes during the Iron Age.
In particular, this volume brings together, for the first time, the rich archaeological evidence for urban and proto-urban sites in northern Italy, a region that has traditionally been neglected or underestimated in accounts on Iron Age urbanisation. Thus, the book transcends previous barriers in scholarship and helps to readdress one of the most attractive topics of current archaeological research: the multiple and non­linear pathways towards urbanisation.

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Link zur Sidestone Press

Mario Gavranović, Daniela Heilmann, Aleksandar Kapuran and Marek Verčik (Hrsg. Volume 1)
Barbara Horejs, Carola Metzner-Nebelsick and Peter Pavúk (Hrsg. Reihe)

"Perspectives on Balkan Archaeology 1" der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie

Spheres of Interaction.
Contacts and Relationships between the Balkans and Adjacent Regions in the Late Bronze / Iron Age (13th–5th Centuries BCE).
Proceedings of the Conference held between 15–17 September, 2017 Institute of Archaeology, Belgrade.

Interaktionssphären.
Kontakte und Beziehungen zwischen dem Balkan und angrenzenden Gebieten in der späten Bronzezeit und Eisenzeit (13.-5. Jhd. v.Chr.).
Beiträge zur Konferenz vom 15.-17. September 2017, Archäologisches Institut Belgrad.

Rahden/Westf., Verlag Marie Leidorf 2020, 316 Seiten, 129 Abb., 7 Tafeln, Format 21 x 29,7 cm, 1. Auflage 2020, Hardback ISBN 978-3-86757-110-4

Die Reihe beruht auf einer neuen Konferenzserie, die künftig alle 2-3 Jahre auf dem Balkan stattfinden wird und deren erste Publikation 2016 als Godišnjak [Sarajevo] Bd. 47 erschienen ist. Dieser Tagungsband der zweiten Konferenz von 2017 in Belgrad enthält Vorwort, Prolog, Einleitung und 14 Aufsätze. Diese befassen sich mit der Interaktion in der M-SBZ des SW-Balkans, Ähnlichkeiten und Unterschieden der materiellen Kultur der Belegiš II-Gava Gruppe in Südpannonien und dem Marchbecken, Körperbestattungen versus Brandbestattungen in der SBZ zwischen S-Karpatenbecken und W-Balkan, Dalmatien in der SBZ-FEZ, Schutzwaffen der SBZ, der Siedlung von Čepintsi im SBZ-Kontext, Siedlungen und Gräberfeldern der FEZ in Makedonien, den Seevölkern und dem “Balkanismus” in der SBZ-Archäologie, kultureller Kontinutiät während der SBZ-FEZ im westlichen Marchbecken, Späthallstatt-Kontakten zwischen SO-Karpatenbecken und W-Balkan, Gürtelschmuck bei Frauen des 7./6. Jh. in N-Albanien, Grabsitten der EZ in N-Griechenland, “Monochromer Ware” in N-Griechenland von der Spätgeometrik bis zur Archaik sowie Objektbiographien zweier Metallgefäße aus einem Grab in Vergina / Aigai.

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Link zum Teaserfilm Book-Launch

Link zum Verlag Marie Leidorf

Neu in den Jahren 2020/21 erschienene Bände der Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie (Hrsg. M. Mackensen): 
  

Michael Mackensen
Das severische Vexillationskastell Myd(---) / Gheriat el-Garbia am limes Tripolitanus (Libyen). I Forschungsgeschichte, Vermessung, Prospektionen und Funde 2009–2010.
MBPA 10 (Wiesbaden 2021) 320 S., 9 Tab., 95 Farbabb. im Text, 18 sw-Textabb., 24 Taf. (978-3-7520-0586-8)

Das römische Kastell Gheriat el-Garbia liegt im nordwestlichen Libyen 280 km südlich von Tripolis in der steppenartigen Halbwüste, oberhalb einer Oase, an der zentralen Route ins Land der Garamanten im Fezzan. Es ist – neben Bu Njem und Ghadames – das größte der drei unter Kaiser Septimius Severus weit nach Süden vorgeschobenen neuen Vexillationskastelle des limes Tripolitanus. Aufgrund einer Bauinschrift wurde es spätestens im Herbst 201 n. Chr. von einer Abteilung der legio III Augusta aus Lambaesis fertig gestellt. Seit den englischen Surveys (1953, 1981) bietet das Kastell mit seinen teilweise spektakulär gut erhaltenen Toranlagen sowie den Eck- und Zwischentürmen eine valide Grundlage für architektonische Rekonstruktionen von Kastellen des 3. Jahrhunderts.
Im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Projekts der Provinzialrömischen Archäologie an der Universität München, gefördert von der Exzellenzinitiative (LMUexcellent), wurden 2009 und 2010 je zwei Frühjahrs- und Herbstkampagnen in Zusammenarbeit mit dem Libyschen Antikendienst durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Surveys und erstmals Ausgrabungen in ausgewählten Arealen des von einem Berberdorf überbauten Kastells (Tore, Stabsgebäude, Mannschaftsunterkünfte) und in einem der Heiligtümer. Neben naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden (Geodäsie, Geophysik, Archäometrie, 14C-Analysen, Paläobotantik, Paläoanatomie, Anthropologie) wurden die Wehranlagen mit terrestrischem 3D-Laserscanning dokumentiert. Überraschend war neben der bis 275/280 erfolgten Nutzung des Kastells mit dem inschriftlich überlieferten Ortsnamen Myd(---) eine spätantike Instandsetzung: Ab ca. 390/400 wurde bis Mitte des 5. Jahrhunderts im Kastell, den castra Madensia der Notitia Dignitatum Occ. XXXI 30, eine limitane Einheit, die milites munifices, stationiert.
Im ersten Band werden die Forschungsgeschichte in der tripolitanischen Grenzzone im nordwestlichen Libyen und in Südtunesien von 1819 bis 1996 sowie die Lage und Topographie von Gheriat el-Garbia dargestellt. Es folgen Beiträge zur geodätischen Erfassung der Topographie des Kastell- und des Tempelplateaus unter Verwendung von Radardaten des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSar-X. Rekonstruiert wird das römische Vermessungsschema des Kastells, das auf punischen Längenmaßen (cubiti) beruht. Im Mittelpunkt stehen neben den geophysikalischen Prospektionen die archäologischen Surveys. Insbesondere die zahlreichen Architekturglieder aus dem Kastellareal ergeben sieben Säulenordnungen, die auf eine anspruchsvolle architektonische Ausstattung der zentralen Gebäude des Kastells schließen lassen. Das umfangreiche Material des Keramik-Surveys liefert wichtige Daten zur Versorgung der Garnison mit Fein- und Kochkeramik sowie mit in Amphoren transportiertem Wein, Olivenöl und Fischkonserven. Im Abschnitt zu chronologierelevanten Materialien werden Metallkleinfunde (Fibeln, militärische Ausrüstungsgegenstände), Münzen und 27 Radiokarbonanalysen (14C) vorgelegt; letztere bilden die Basis für die Datierung der spätantiken Instandsetzungen des Kastells zwischen 390 und 425 n. Chr.
Im zweiten, in Vorbereitung befindlichen Band werden die Wehranlagen, die Ausgrabungen im Kastell und in einem der Heiligtümer, die Inschriften und die stratifizierten Funde veröffentlicht.

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Link zum Reichert Verlag

Hg.: Michael Mackensen - Sebastian Schmid

Ines Abspacher

Italische und nordafrikanische Lampen des 1. bis 5. Jahrhunderts. Römische Lampen der Sammlung K. Wilhelm

MBPA Ergänzungsband 2. 2020. 8° Geb.
192 S., 215 s/w- und 75 Farbabb., 30 Tafeln (978-3-95490-412-9)

Die vorgelegten Lampen sind Bestandteil einer Sammlung römischer Feinkeramik von K. Wilhelm, deren Schwerpunkt auf nordafrikanischer Sigillata des späten 2. bis 6. Jahrhunderts liegt (vgl. MBPA 8 / 2019). Elf Bildlampen wurden in Italien produziert, 41 Lampen und drei Lampenmodel wurden in Nordafrika hergestellt. Sie bieten einen Überblick über Formen- und Dekorspektrum der zum Teil in großen Stückzahlen gefertigten und weiträumig verhandelten Beleuchtungskörper.
Die früh- und mittelkaiserzeitlichen Exemplaren aus Italien sind teilweise von großer künstlerischer Qualität; ihre Spiegel zieren Motive, die mit ihrer lichtspendenden Funktion in Verbindung stehen, aber auch verschiedene mythologische Szenen.
Die nordafrikanischen, nicht-rottonigen Lampen des 2. und 3. Jahrhunderts sind als typische Exemplare anzusprechen. Bislang gibt es kaum Hinweise, in welchen Töpfereien in Tunesien diese Lampen gefertigt wurden. Aus solchen stammen auch drei singuläre Oberteile von Gipsmatrizen, die zur Lampenherstellung verwendet wurden. Der größte Teil der nordafrikanischen Lampen ist rottonig und rot engobiert, darunter zwei figurale Kopflampen. Große Bedeutung kommt zwölf in Zentraltunesien hergestellten rottonigen, rot engobierten (Sigillata-)Lampen zu, die zu den seltenen Vertretern der frühen Produktionsphase dieser Gattung während des 3. und der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts gehören. Sie zeigen den Variantenreichtum sowohl in der Form als auch im Dekor während einer frühen Experimentierphase in der Produktion dieser Lampen, die letztlich zu den „klassischen“ spätantiken Formen mit teilweise christlichen Spiegel- und Schulterdekormotiven führten. So wurden teilweise ältere, nicht-rottonige Lampen zum Vorbild genommen, abgeformt und abgewandelt; teilweise entwickelte man aber auch neue Formen bzw. Form- und Dekorelemente. Zur Verzierung der Spiegel verwendeten die Töpfer vom 3. bis frühen 5. Jahrhundert oftmals von der applikenverzierten Sigillatagefäßkeramik abgeformte Dekormotive. Dies zeigt bereits die Verbindungen zu den diese reliefverzierte Sigillata produzierenden Werkstätten in Sidi Marzouk Tounsi (Zentraltunesien). Eine Bestätigung hierfür liefern die Röntgenfluoreszenzanalysen ausgewählter Lampen. Demnach stammt der Großteil der frühen Exemplare aus Henchir el Guellal bei Djilma, dem offensichtlich in der Frühphase der rottonigen Lampen wichtigsten Produktionszentrum in Zentraltunesien.

MBPA-EBd2

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Sebastian Schmid/Markus Gschwind

Italische Terra Sigillata aus Iuvavum/Salzburg.
Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte des augusteischen vicus und des municipium Claudium Iuvavum

MBPA, Bd. 9 (Wiesbaden 2020). 21,0 x 29,7 cm, Geb., 320 S., 477 s/w Abb., 544 farb Abb., 48 Taf. (978-3-95490-450-1)

Aufgrund ihrer weiträumigen Verhandlung und ihrer feinchronologischen Relevanz stellt die in großen Mengen in Ober-, Mittel- und Süditalien sowie Südfrankreich hergestellte italische Terra Sigillata eine der wichtigsten Quellengattungen der frühen Kaiserzeit dar. Dabei kommt ihr insbesondere in siedlungs- und handelsgeschichtlicher Hinsicht eine entscheidende Rolle zu.
Aus Österreich, aber auch aus den angrenzenden Gebieten, wurde bislang nur aus der Stadt auf dem Magdalensberg (Kärnten) eine große Menge dieser Feinkeramik publiziert. Mit mehr als 1500 Fragmenten, von denen über 1000 auch typologisch klassifizierbar waren, kann nun auch aus Salzburg/Iuvavum eine mehr als repräsentative Zahl italischer Terra Sigillata vorgelegt werden. Diese fanden sich im Zuge der langjährigen Ausgrabungen in der Stadt, insbesondere während archäologischer Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Iuvavum wurde zu etwa gleich großen Teilen mit italischer Terra Sigillata aus Werkstätten in Mittel- und Oberitalien beliefert, wie makroskopische Untersuchungen und chemische Analysen (durch G. Schneider und M. Daszkiewicz), aber auch über 160 Töpferstempel zeigen. Die frühesten Gefäße stellen Teller und Schalen dar, die in das letzte Jahrzehnt v. Chr. und das erste Jahrzehnt n. Chr. datieren; es überwiegen jedoch Formen des 1. Jahrhunderts n. Chr., von denen über 500 Fragmente mit Appliken verziert sind.
Die antiquarische Analyse der italischen Terra Sigillata aus Iuvavum und der Vergleich des Salzburger Spektrums mit jenen anderer Fundorte in Raetien und Noricum erlaubt weitergehende Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte der Stadt an der Salzach in der frühen Kaiserzeit: Die frühesten Gefäße belegen eine in mittelaugusteischer Zeit gegründete, kleinere Siedlung, die vornehmlich mit Produkten aus Oberitalien versorgt wurde. Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr., als die Stadt unter Kaiser Claudius den Rang eines municipium erhielt, breitete sie sich über das gesamte spätere Stadtgebiet aus, wobei die Terra Sigillata nun mehrheitlich aus Mittelitalien stammte. Diese Veränderung in der Herkunft der italischen Terra Sigillata aus Salzburg ist wohl mit einem Wandel der Belieferungsstrukturen und anderen Transportwegen zu verbinden. Dabei spielten insbesondere die Nord-Süd-Routen über die Tauernpässe eine wichtige Rolle. Die Verbindung nach Westen in Richtung Augsburg hatte – zumindest in der Frühzeit – offenbar keine größere Bedeutung für die Versorgung Salzburgs mit Terra Sigillata.

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