Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie
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Aktuelles, Vorträge und Publikationen

Aktuelles


Aufgrund der gegenwärtigen Coronavirus Krise (SARS-CoV-2) können sich kurzfristig Änderungen bei Präsenz- und Onlineangeboten des Instituts und der gesamten Universität ergeben. Daher möchten wir Sie bitten regelmäßig die Homepage des Instituts, der Ludwig-Maximilians-Universität, wie auch das Angebot und die Beschreibungen im LSF zu den Lehrveranstaltungen zu beachten. Wir versuchen schnellstmöglich alle aktuellen Änderungen auf den Plattformen umzusetzen.

Eine Einführung und FAQs der LMU zur Teilnahme an Zoom-Meetings (digitale Lehrveranstaltungen) finden sie beim IT-Servicedesk.

Ein Einführungsvideo zur Teilnahme an Moodle-Kursen finden sie z.B. auf der Seite der Fakultät für Geowissenschaften.

Informationen für Erstsemester zur Nutzung der Universitätsbibliotheken:

Die digitalen Übertragungen der Lehrveranstaltungen via Zoom dürfen nicht aufgezeichnet und weiterverbreitet werden, sofern nicht anders mit der/dem Lehrbeauftragten abgesprochen! Andere Online-Inhalte zu Veranstaltungen (z.B. Moodle) dürfen ebenfalls nicht ohne Erlaubnis verbreitet werden und sind lediglich für den persönlichen Studienzweck zu nutzen.

Falls Fragen zum technischen Ablauf/Voraussetzungen der digitalen Lehre bestehen, bitte wenden sie sich an Dr. Ken Massy (ken.massy@vfpa.fak12.uni-muenchen.de).

Das aktuelle Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 2021 findet sich im LSF.

Das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie für das Sommersemester 2021 finden sie hier.

Aktuelle Hinweise zum Studium während der Coronavirus Krise des Dekanats der Fakultät für Kulturwissenschaften finden sie hier

Imagefilm des Instituts


Das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömischen Archäologie und seine Professorinnen und Professoren stellen sich vor. Ein YouTube-Film von Tomas Simeth und Max Fiederling. Einfach auf das Bild klicken und anschauen.

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Fernsehbericht


Mythos Archäologie: Zwischen Indiana Jones und Völkerkunde-Museum

Ein Bericht in ARD-alpha mit Frau Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick und Julia Hochholzer. Einfach auf das Bild klicken und anschauen.

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Vorträge und Gastvorträge


Aufgrund der gegenwärtigen Coronavirus Krise (SARS-CoV-2) werden alle Vorträge im Sommersemester 2021 digital per Zoom abgehalten. Der Link zur Zoom-Schaltung befindet sich sowohl im LSF (unter dem Punkt: "Vortragsreihe Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie"; Anmeldung zur Veranstaltung erforderlich), oder kann auch per E-Mail beim Sekretariat spätestens am selbigen Tag bis 12 Uhr angefragt werden.

Die digitale Übertragung des Vortrags via Zoom darf nicht aufgezeichnet und weiterverbreitet werden!

Institutsvorträge:

Die Institutsvorträge beginnen wieder im Wintersemester 2021/2022.

ABC-Vorträge:

Die ABC-Vorträge beginnen wieder im Wintersemester 2021/2022.

Publikationen


Neu im Jahr 2020 erschienen:

"L. Zamboni/M. Fernández-Götz/C. Metzner-Nebelsick (Hrsg.), Crossing the Alps. Early Urbanism Between Northern Italy and Central Europe (900-400 BC) (Leiden, Sidestone Press 2020)"

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"Perspectives on Balkan Archaeology 1" der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie (Mario Gavranović, Daniela Heilmann, Aleksandar Kapuran and Marek Verčik (Eds.)

Volume 1: Series Editors: Barbara Horejs, Carola Metzner-Nebelsick and Peter Pavúk


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Für den Teaserfilm zum Book-Launch auf das nachfolgende Bild klicken

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Neu in den Jahren 2019/20 erschienene Bände der Münchner Beiträge zur Provinzialrömischen Archäologie (Hrsg. M. Mackensen):

Michael Mackensen
Das severische Vexillationskastell Myd(---) / Gheriat el-Garbia am limes Tripolitanus (Libyen). I Forschungsgeschichte, Vermessung, Prospektionen und Funde 2009–2010.
MBPA 10 (Wiesbaden 2021) 320 S., 9 Tab., 95 Farbabb. im Text, 18 sw-Textabb., 24 Taf. (978-3-7520-0586-8)

Das römische Kastell Gheriat el-Garbia liegt im nordwestlichen Libyen 280 km südlich von Tripolis in der steppenartigen Halbwüste, oberhalb einer Oase, an der zentralen Route ins Land der Garamanten im Fezzan. Es ist – neben Bu Njem und Ghadames – das größte der drei unter Kaiser Septimius Severus weit nach Süden vorgeschobenen neuen Vexillationskastelle des limes Tripolitanus. Aufgrund einer Bauinschrift wurde es spätestens im Herbst 201 n. Chr. von einer Abteilung der legio III Augusta aus Lambaesis fertig gestellt. Seit den englischen Surveys (1953, 1981) bietet das Kastell mit seinen teilweise spektakulär gut erhaltenen Toranlagen sowie den Eck- und Zwischentürmen eine valide Grundlage für architektonische Rekonstruktionen von Kastellen des 3. Jahrhunderts.
Im Rahmen des interdisziplinär ausgerichteten Projekts der Provinzialrömischen Archäologie an der Universität München, gefördert von der Exzellenzinitiative (LMUexcellent), wurden 2009 und 2010 je zwei Frühjahrs- und Herbstkampagnen in Zusammenarbeit mit dem Libyschen Antikendienst durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Surveys und erstmals Ausgrabungen in ausgewählten Arealen des von einem Berberdorf überbauten Kastells (Tore, Stabsgebäude, Mannschaftsunterkünfte) und in einem der Heiligtümer. Neben naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden (Geodäsie, Geophysik, Archäometrie, 14C-Analysen, Paläobotantik, Paläoanatomie, Anthropologie) wurden die Wehranlagen mit terrestrischem 3D-Laserscanning dokumentiert. Überraschend war neben der bis 275/280 erfolgten Nutzung des Kastells mit dem inschriftlich überlieferten Ortsnamen Myd(---) eine spätantike Instandsetzung: Ab ca. 390/400 wurde bis Mitte des 5. Jahrhunderts im Kastell, den castra Madensia der Notitia Dignitatum Occ. XXXI 30, eine limitane Einheit, die milites munifices, stationiert.
Im ersten Band werden die Forschungsgeschichte in der tripolitanischen Grenzzone im nordwestlichen Libyen und in Südtunesien von 1819 bis 1996 sowie die Lage und Topographie von Gheriat el-Garbia dargestellt. Es folgen Beiträge zur geodätischen Erfassung der Topographie des Kastell- und des Tempelplateaus unter Verwendung von Radardaten des deutschen Erdbeobachtungssatelliten TerraSar-X. Rekonstruiert wird das römische Vermessungsschema des Kastells, das auf punischen Längenmaßen (cubiti) beruht. Im Mittelpunkt stehen neben den geophysikalischen Prospektionen die archäologischen Surveys. Insbesondere die zahlreichen Architekturglieder aus dem Kastellareal ergeben sieben Säulenordnungen, die auf eine anspruchsvolle architektonische Ausstattung der zentralen Gebäude des Kastells schließen lassen. Das umfangreiche Material des Keramik-Surveys liefert wichtige Daten zur Versorgung der Garnison mit Fein- und Kochkeramik sowie mit in Amphoren transportiertem Wein, Olivenöl und Fischkonserven. Im Abschnitt zu chronologierelevanten Materialien werden Metallkleinfunde (Fibeln, militärische Ausrüstungsgegenstände), Münzen und 27 Radiokarbonanalysen (14C) vorgelegt; letztere bilden die Basis für die Datierung der spätantiken Instandsetzungen des Kastells zwischen 390 und 425 n. Chr.
Im zweiten, in Vorbereitung befindlichen Band werden die Wehranlagen, die Ausgrabungen im Kastell und in einem der Heiligtümer, die Inschriften und die stratifizierten Funde veröffentlicht.

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Hg.: Michael Mackensen - Sebastian Schmid

Ines Abspacher

Italische und nordafrikanische Lampen des 1. bis 5. Jahrhunderts. Römische Lampen der Sammlung K. Wilhelm

MBPA Ergänzungsband 2. 2020. 8° Geb.
192 S., 215 s/w- und 75 Farbabb., 30 Tafeln (978-3-95490-412-9)

Die vorgelegten Lampen sind Bestandteil einer Sammlung römischer Feinkeramik von K. Wilhelm, deren Schwerpunkt auf nordafrikanischer Sigillata des späten 2. bis 6. Jahrhunderts liegt (vgl. MBPA 8 / 2019). Elf Bildlampen wurden in Italien produziert, 41 Lampen und drei Lampenmodel wurden in Nordafrika hergestellt. Sie bieten einen Überblick über Formen- und Dekorspektrum der zum Teil in großen Stückzahlen gefertigten und weiträumig verhandelten Beleuchtungskörper.
Die früh- und mittelkaiserzeitlichen Exemplaren aus Italien sind teilweise von großer künstlerischer Qualität; ihre Spiegel zieren Motive, die mit ihrer lichtspendenden Funktion in Verbindung stehen, aber auch verschiedene mythologische Szenen.
Die nordafrikanischen, nicht-rottonigen Lampen des 2. und 3. Jahrhunderts sind als typische Exemplare anzusprechen. Bislang gibt es kaum Hinweise, in welchen Töpfereien in Tunesien diese Lampen gefertigt wurden. Aus solchen stammen auch drei singuläre Oberteile von Gipsmatrizen, die zur Lampenherstellung verwendet wurden. Der größte Teil der nordafrikanischen Lampen ist rottonig und rot engobiert, darunter zwei figurale Kopflampen. Große Bedeutung kommt zwölf in Zentraltunesien hergestellten rottonigen, rot engobierten (Sigillata-)Lampen zu, die zu den seltenen Vertretern der frühen Produktionsphase dieser Gattung während des 3. und der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts gehören. Sie zeigen den Variantenreichtum sowohl in der Form als auch im Dekor während einer frühen Experimentierphase in der Produktion dieser Lampen, die letztlich zu den „klassischen“ spätantiken Formen mit teilweise christlichen Spiegel- und Schulterdekormotiven führten. So wurden teilweise ältere, nicht-rottonige Lampen zum Vorbild genommen, abgeformt und abgewandelt; teilweise entwickelte man aber auch neue Formen bzw. Form- und Dekorelemente. Zur Verzierung der Spiegel verwendeten die Töpfer vom 3. bis frühen 5. Jahrhundert oftmals von der applikenverzierten Sigillatagefäßkeramik abgeformte Dekormotive. Dies zeigt bereits die Verbindungen zu den diese reliefverzierte Sigillata produzierenden Werkstätten in Sidi Marzouk Tounsi (Zentraltunesien). Eine Bestätigung hierfür liefern die Röntgenfluoreszenzanalysen ausgewählter Lampen. Demnach stammt der Großteil der frühen Exemplare aus Henchir el Guellal bei Djilma, dem offensichtlich in der Frühphase der rottonigen Lampen wichtigsten Produktionszentrum in Zentraltunesien.

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Link zum Reichert Verlag

Sebastian Schmid/Markus Gschwind

Italische Terra Sigillata aus Iuvavum/Salzburg.
Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte des augusteischen vicus und des municipium Claudium Iuvavum

MBPA, Bd. 9 (Wiesbaden 2020). 21,0 x 29,7 cm, Geb., 320 S., 477 s/w Abb., 544 farb Abb., 48 Taf. (978-3-95490-450-1)

Aufgrund ihrer weiträumigen Verhandlung und ihrer feinchronologischen Relevanz stellt die in großen Mengen in Ober-, Mittel- und Süditalien sowie Südfrankreich hergestellte italische Terra Sigillata eine der wichtigsten Quellengattungen der frühen Kaiserzeit dar. Dabei kommt ihr insbesondere in siedlungs- und handelsgeschichtlicher Hinsicht eine entscheidende Rolle zu.
Aus Österreich, aber auch aus den angrenzenden Gebieten, wurde bislang nur aus der Stadt auf dem Magdalensberg (Kärnten) eine große Menge dieser Feinkeramik publiziert. Mit mehr als 1500 Fragmenten, von denen über 1000 auch typologisch klassifizierbar waren, kann nun auch aus Salzburg/Iuvavum eine mehr als repräsentative Zahl italischer Terra Sigillata vorgelegt werden. Diese fanden sich im Zuge der langjährigen Ausgrabungen in der Stadt, insbesondere während archäologischer Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Iuvavum wurde zu etwa gleich großen Teilen mit italischer Terra Sigillata aus Werkstätten in Mittel- und Oberitalien beliefert, wie makroskopische Untersuchungen und chemische Analysen (durch G. Schneider und M. Daszkiewicz), aber auch über 160 Töpferstempel zeigen. Die frühesten Gefäße stellen Teller und Schalen dar, die in das letzte Jahrzehnt v. Chr. und das erste Jahrzehnt n. Chr. datieren; es überwiegen jedoch Formen des 1. Jahrhunderts n. Chr., von denen über 500 Fragmente mit Appliken verziert sind.
Die antiquarische Analyse der italischen Terra Sigillata aus Iuvavum und der Vergleich des Salzburger Spektrums mit jenen anderer Fundorte in Raetien und Noricum erlaubt weitergehende Untersuchungen zur Siedlungs- und Handelsgeschichte der Stadt an der Salzach in der frühen Kaiserzeit: Die frühesten Gefäße belegen eine in mittelaugusteischer Zeit gegründete, kleinere Siedlung, die vornehmlich mit Produkten aus Oberitalien versorgt wurde. Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr., als die Stadt unter Kaiser Claudius den Rang eines municipium erhielt, breitete sie sich über das gesamte spätere Stadtgebiet aus, wobei die Terra Sigillata nun mehrheitlich aus Mittelitalien stammte. Diese Veränderung in der Herkunft der italischen Terra Sigillata aus Salzburg ist wohl mit einem Wandel der Belieferungsstrukturen und anderen Transportwegen zu verbinden. Dabei spielten insbesondere die Nord-Süd-Routen über die Tauernpässe eine wichtige Rolle. Die Verbindung nach Westen in Richtung Augsburg hatte – zumindest in der Frühzeit – offenbar keine größere Bedeutung für die Versorgung Salzburgs mit Terra Sigillata.

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Link zum Reichert Verlag